Therapien bei Schmerzen

 © UVSD SchmerzLOS e. V.
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Schmerztherapie

"Schmerzen zu erleben, auch chronische Schmerzen, ist normal und gehört zum Leben.

Unter chronischen Schmerzen zu leiden, muss nicht sein, denn das verringert die Lebensqualität.

Der Sinn einer guten Schmerztherapie besteht daher weniger darin, den Schmerz "wegzumachen",

(denn das ist gar nicht möglich) sondern darin, die Betroffenen zu lehren,

trotz der Schmerzen, mit den Schmerzen ein gutes Leben zu führen."

 

Unsere vornehmste Aufgabe als Schmerztherapeuten sollte darin bestehen, uns zu "kümmern",

damit es den Menschen besser geht und nicht Phantomen hinterherzujagen, eine Krieg gegen den Schmerz zu führen,

ihn besiegen, töten oder sonst was zu wollen. Dadurch gewinnt der Schmerz an Stärke - der Verlierer sind die Kranken.

 

 (Dr. med. Harald Lucius / Bes. Vertreter des Vorstandes)

 

 


Multimodale Schmerztherapie


Physiotherapie

Bild von WavebreakMediaMicro auf stock.adobe.com
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Physiotherapie mit herausragender Rolle in der Schmerztherapie

Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen profitieren oft von physikalisch-medizinischen Therapieverfahren. Es werden kinetische, mechanische, thermische, elektrische, aktinische und physikochemische Wirkweisen genutzt.

 

Physiotherapeutische und manuelle Therapieverfahren sind in der Schmerztherapie selten allein indiziert. Vor allem bei chronischen Beschwerden sollten sie mit medikamentösen, psychologisch­psychotherapeutischen oder gegebenenfalls interventionellen Verfahren kombiniert werden, sagt Privatdozent Peter Schöps vom Klinikum Harlaching in der CME-Fortbildung "Mit Elan dem Schmerz zu Leibe rücken".

 

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Nebenwirkungen sind bei richtiger Indikationsstellung und korrekter Anwendung der Techniken in der richtigen Dosierung selten. Nur bei allzu schmerzhaften Bewegungen und Gelenkstellungen können sich die Schmerzen verstärken. Es sollte vermieden werden, Schmerzen zu bagatellisieren und die Übungen zu stark zu forcieren (nicht nach dem Motto: "Viel hilft viel"). Die Physiotherapie hat eine herausragende Rolle in der Schmerztherapie. Sie bietet den Patienten zahlreiche Möglichkeiten, ihre Schmerzen aktiv zu beeinflussen und eine eingeschränkte Lebensqualität zu verbessern. Sie sollte daher frühzeitig genutzt werden. Mit ihrer Hilfe können Kraft, Ausdauer, Koordination und Gelenkbeweglichkeit verbessert werden. Einzelne Muskelgruppen werden gezielt angesteuert. Dadurch steigt die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Die Körperwahrnehmung wird besser, und die Bewegungsabläufe werden harmonischer.

Schmerzmodulierende Verfahren sind: die aktive und isometrische Bewegungstherapie, die Lagerung, die funktionelle Bewegungslehre, die lokale segmentale Stabilisation, das medizinische apparative Aufbautraining, multimodale Behandlungsprogramme und die sensomotorische Muskelaktivierung.

Bei der sensomotorischen Muskelaktivierung werden nicht einzelne Muskeln aktiviert, stattdessen laufen programmierte Bewegungsmuster ab. Der Bewegungsablauf ist weitgehend automatisiert. Er wird erst dann bewusst erlebt, wenn er sich ändert oder neu erlernt werden muss. Bei chronischen Schmerzen nimmt die Beweglichkeit - zum Beispiel eines Gelenks - oft langsam ab. Die Patienten gewöhnen sich an die zunehmenden Einschränkungen. Die propriozeptive Impulsrate nimmt ab. Parallel dazu verkümmert die kortikale Repräsentation sinnvoller und ökonomisch arbeitender Muskelaktionsfolgen. Im Skelettsystem schleichen sich Veränderungen durch stereotype Haltungen und Bewegungsabläufe ein. Diese verstärken Schmerzen oder lösen neue aus. Mit der sensomotorischen Muskelaktivierung rekrutiert der Patient "verschüttete" Bewegungsprogramme und erlernt leistungsangepasste funktionelle Bewegungsabläufe. Die motorische Automatisierung wird mit verschiedenen Hilfsmechanismen erreicht. Sie erleichtern - fazilitieren - den funktionellen Einsatz der gesamten Muskulatur, die an der Aufrichtung und Bewegung des Körpers beteiligt ist.

Bewährte Therapiekonzepte sind beispielsweise die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation nach Kabat oder die Stemmführungen nach Brunkow.

Als manuelle Therapie werden Methoden und Techniken bezeichnet, die durch Handgrifftechniken auf den Halte- und Bewegungsapparat einwirken und die arthromuskuläre Gelenkbeweglichkeit wieder herstellen. (otc)

(Ärzte Zeitung, 15.06.2011)

Psychotherapie

Bild von Seventyfour auf stock.adobe.com
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Schmerz-Psychologie

 

Viele SchmerzpatientInnen haben im Rahmen einer langjährigen Behandlungsodyssee die Erfahrung gemacht, dass Ihnen von BehandlerInnen zu einer Psychotherapie geraten wurde, manchmal allerdings mit wenig hilfreichen Begründungen. Von ärztlicher Seite können Sätze gefallen sein wie „Ich finde nichts, gehen Sie mal zum Psychologen. Der findet sicher was.“ oder „Sie haben es nicht am Rücken, sondern im Kopf.“ In diesen Aussagen offenbaren sich nicht nur Wissenslücken über das Phänomen der Schmerzchronifizierung, sondern auch über die Zielrichtung und Inhalte einer speziellen Schmerzpsychotherapie. 

 

Psychotherapie: Testen Sie Ihr Wissen - ein Quiz

https://www.gesundheitsinformation.de/quiz-psychotherapie.2946.de.html

 


Ergänzende Verfahren

Kunsttherapie:


Bild von garageband auf Pixabay
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Kunsttherapie ist ein vorwiegend nonverbales therapeutisches Verfahren, was den ganzen Menschen in den Blick nimmt und seine besondere Situation, Biografie und Ressourcen anspricht.

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Auch wenn sich das therapeutische Angebot an den erkrankten Menschen richtet, so wird dieser nicht auf seine körperliche oder seelische Erkrankung oder Kränkung reduziert.
Im künstlerischen, schöpferischen Tun, erweitert sich der Blick auf eigene Stärken und Ressourcen. Die körpereigenen Selbstheilungskräfte, über die jeder Mensch verfügt, werden angesprochen und gestärkt. Weiterlesen

Musiktherapie bei Schmerz:

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Schmerz und Akupunktur:

Bild von Gan Telya auf Pixabay
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Schmerzen, werden Sie zu ihrem Manager: 

bearbeitetes Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Schmerzmittel

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay
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Selbsthilfe

Bild von pict rider auf stock.adobe.com
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Selbsthilfegruppen sind in unserem Gesundheitssystem zu einem unverzichtbaren Element geworden. Denn Selbsthilfegruppen können eine wichtige Rolle zur Bewältigung von Krankheiten, psychischen und sozialen Problemen spielen. Selbsthilfegruppen dienen u. a. dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen Unterstützung. Darüber hinaus vertreten sie die Belange ihrer Mitglieder nach außen, z. B. mit Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit und politische Interessenvertretung.